Zugspitzbahn - Seilbahn auf die Zugspitze

Ein historischer Moment

Die neue Seilbahn schwebt erstmals auf die Zugspitze

Je drei Jahre Planung und Bauzeit kulminieren am 21. Dezember 2017 in der Jungfernfahrt der neuen Seilbahn Zugspitze. Hinter diesem denkwürdigen Tag liegt ein Kraftakt der Ingenieurskunst, vor den erwartungsvollen Fahrgästen ein Panorama-Erlebnis der Extraklasse. Ab sofort beschert das 50-Millionen-Euro-Projekt den Zugspitzbesuchern allerhöchsten Komfort und der gesamten Region touristische Impulse.

Es ist der Beginn einer neuen Ära und die Zukunftsinvestition schlechthin. Darüber sind sich die Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG, regionale Tourismusverantwortliche und Gemeindevertreter einig. Nach dem Motto „Das muss man einfach gesehen haben!“ finden sich an diesem 21. Dezember viele Ehrengäste und Neugierige am Fuße der Zugspitze ein, um die Dimensionen des Rekord-Projektes live zu erleben. Nicht nur für die am Bau Beteiligten kommt die Premierenfahrt einem vorweihnachtlichen Geschenk gleich. Funkelnagelneu und in schickem, dezentem Design hängen die beiden Kabinen am Seil, bereit, je 120 Fahrgäste auf Deutschlands höchsten Gipfel zu befördern. Dabei passieren sie eine 127 Meter hohe und damit die weltweit höchste Stahlbaustütze für Pendelbahnen, überwinden den weltweit größten Gesamthöhenunterschied von 1.945 Metern in einer Sektion sowie das weltweit längste freie Spannfeld mit 3.213 Metern. Drei Rekorde, die mit grandiosen Panoramablicken aus den bodentief verglasten Großraumkabinen um die Wette eifern. Dank Scheibenheizung bieten die Kabinen auch bei schlechtem Wetter ungetrübte Sicht. Bei klarem Himmel reicht der Blick bis nach München.

Investition in den Aufschwung

Dieses unvergleichliche Seilbahnerlebnis wird Alpinisten, Sommerausflügler, Wintersportler und Touristen aus aller Welt künftig mit First-Class-Komfort auf den Zugspitzgipfel führen. Bereits bisher beförderte man rund eine halbe Million Besucher jährlich, an Hochbetriebstagen stieß die historische Eibsee-Seilbahn aus dem Jahr 1963 jedoch an die Grenzen ihrer Beförderungskapazität. „Nach der Erschließung der Zugspitze über die Zahnradbahn, den Tunnel zum Sonnalpin und die Eibsee-Seilbahn gehört der Neubau der Seilbahn Zugspitze zu den ganz großen Meilensteinen unserer Unternehmensgeschichte“, zeigt sich Peter Huber, Technischer Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG, stolz über den enormen Qualitätsschub. 50 Millionen Euro nahm das Unternehmen dafür in die Hand, was sich durch und durch gelohnt hat: „Die neue Seilbahn bietet maximale Annehmlichkeiten ohne Wartezeiten am Berg und im Tal und wird um ca. 10 Prozent mehr Fahrgäste anziehen“, schätzt der Kaufmännische Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG Matthias Stauch. Eine Steigerung, die für die gesamte, vorwiegend touristisch geprägte Region eine positive Entwicklung bedeutet. „Urlauber suchen heutzutage das Gesamterlebnis. Und das werden sie in der neuen Seilbahn Zugspitze finden“, freut sich auch Peter Nagel, Tourismusdirektor von Garmisch-Partenkirchen.

Vom Tal bis zum Gipfel „State of the Art“

Das Erlebnis Zugspitze beginnt ab sofort in der neu errichteten Talstation, die auf einer einzigen Ebene den Zu- und Abgang zu den Seilbahnkabinen sowie einen großzügigen Eingangsbereich mit freier Sicht auf Eibsee und Zugspitze beherbergt. Dank eines Schiebeperrons, also verschiebbaren Mittelbahnsteigs, können die Fahrgäste hier nun viel komfortabler und effizienter ein- und aussteigen. Gekrönt wird die Seilbahnfahrt von der neuen Bergstation, wo drei Gästeebenen den Zugang zur Gletscherbahn, zur gastronomischen Infrastruktur und zur Gipfelterrasse mit 360°-Panoramablick ermöglichen. Über die Terrasse erreichen Besucher auch das Münchner Haus und die Tiroler Zugspitzbahn. Als besonderer Blickfang erweisen sich die vollverglasten Bahnsteige, die beim Ein- oder Aussteigen für ungeahnte Perspektiven sorgen. Freie Sicht auf die Alpengipfel hält auch das großzügige, verglaste Treppenhaus auf der Südseite des Bergstationsgebäudes bereit. In Anlehnung an die von 1963 bis 1990 vorhandene Sonnenterrasse laden hier Sitzstufen zwischen dem 2. und 3. Obergeschoss zum Innehalten und Rausschauen ein.

Rückblick: Ein Wahrzeichen entsteht

So imposant sich die neue Bergstation heute präsentiert, so beeindruckend war auch die technische Meisterleistung, sie auf knapp 3.000 Meter über dem Meeresspiegel zu errichten. Zu den größten Herausforderungen zählten neben der Höhenlage die Wetterbedingungen. Sie hielten während der Bauphase alles (Un)Mögliche von Schnee und Eis im Hochsommer über Nebel und Dauerregen bereit. So mancher Schönwettertag entschädigte die Bauarbeiter dafür mit dem höchsten und aussichtsreichsten Arbeitsplatz des Landes. Auch das Thema Logistik gestaltete sich spannend, musste doch wegen der begrenzten Lagerflächen am Gipfel vom Beton bis zum Stahlträger alles just-in-time angeliefert werden. Für interessierte Besucher bot sich dadurch in den letzten drei Jahren auf der Zugspitze ein Spektakel der Sonderklasse. Nach dem Startschuss im Herbst 2014 konnte man mittels Webcam, Online-Bautagebuch und später auch auf Baustellenführungen vor Ort die Entstehung der neuen Seilbahn Zugspitze hautnah mitverfolgen.

Schritt für Schritt zur Eröffnung

Erste Highlights waren im Juni 2015 die aufwendige Montage des Baukrans sowie die Errichtung der für die Logistik am Berg nötigen Materialseilbahn. Schon während der Winterpause begannen ab Januar 2016 die ersten Vorbereitungen für die beiden Druckriegel, die im Frühjahr auf der Bergstation betoniert wurden. Einen weiteren Meilenstein markierte die Außerbetriebnahme der alten Eibsee-Seilbahn am 2. April 2017 nach knapp 54 treuen Dienstjahren. In der darauf folgenden Hochphase des Bauprojektes ging es Schlag auf Schlag: Die 127 m hohe Rekordstütze wurde errichtet, in schwindelerregender Höhe am Berg wurden tonnenschwere Stahlbauteile bewegt, die vier jeweils 153 Tonnen schweren Tragseile trafen per Schwertransporter aus der Schweiz ein und auf den zehnwöchigen Seilzug folgten im Herbst das Kabineneinhängen und der Probebetrieb.

Heute ist das alles bereits jüngste Geschichte. Die Vision einer neuen Seilbahn auf Deutschlands höchsten Gipfel ist wahr geworden. Sie tritt ihren Dienst an, um für viele Jahrzehnte die höchsten Ansprüche von bergbegeisterten Menschen zu erfüllen.