Drei Weltrekorde

Eine Seilbahn der Superlative

Mit der neuen Seilbahn Zugspitze auf Deutschlands höchsten Berg
Investition in den Ganzjahrestourismus

Dieses unvergleichliche Seilbahnerlebnis führt Alpinisten, Sommerausflügler, Wintersportler und Touristen aus aller Welt mit First-Class-Komfort auf den Zugspitzgipfel. Bereits bisher beförderte man rund eine halbe Million Besucher jährlich, an Hochbetriebstagen stieß die historische Eibsee-Seilbahn aus dem Jahr 1963 jedoch an die Grenzen ihrer Beförderungskapazität. „Nach der Erschließung der Zugspitze über die Zahnradbahn, den Tunnel zum Sonnalpin und die Eibsee-Seilbahn gehört der Neubau der Seilbahn Zugspitze zu den ganz großen Meilensteinen unserer Unternehmensgeschichte“, zeigt sich Peter Huber, Technischer Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG (i.R.), stolz über den enormen Qualitätsschub. 50 Millionen Euro nahm das Unternehmen dafür in die Hand, was sich durch und durch gelohnt hat: „Die neue Seilbahn bietet maximale Annehmlichkeiten ohne Wartezeiten am Berg und im Tal und wird um ca. 10 Prozent mehr Fahrgäste anziehen“, schätzt der Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG Matthias Stauch. Eine Steigerung, die für die gesamte, vorwiegend touristisch geprägte Region eine positive Entwicklung bedeutet.

Vom Tal bis zum Gipfel „State of the Art“

Das Erlebnis Zugspitze beginnt bereits in der neu errichteten Talstation, die auf einer einzigen Ebene den Zu- und Abgang zu den Seilbahnkabinen sowie einen großzügigen Eingangsbereich mit freier Sicht auf Eibsee und Zugspitze beherbergt. Dank eines Schiebeperrons, also verschiebbaren Mittelbahnsteigs, können die Fahrgäste hier nun viel komfortabler und effizienter ein- und aussteigen. Gekrönt wird die Seilbahnfahrt von der neuen Bergstation, wo drei Gästeebenen den Zugang zur Gletscherbahn, zur gastronomischen Infrastruktur und zur Gipfelterrasse mit 360°-Panoramablick ermöglichen. Über die Terrasse erreichen Besucher auch das Münchner Haus und die Tiroler Zugspitzbahn. Als besonderer Blickfang erweisen sich die vollverglasten Bahnsteige, die beim Ein- oder Aussteigen für ungeahnte Perspektiven sorgen. Freie Sicht auf die Alpengipfel hält auch das großzügige, verglaste Treppenhaus auf der Südseite des Bergstationsgebäudes bereit. In Anlehnung an die von 1963 bis 1990 vorhandene Sonnenterrasse laden hier Sitzstufen zwischen dem 2. und 3. Obergeschoss zum Innehalten und Rausschauen ein.

So imposant sich die neue Bergstation heute präsentiert, so beeindruckend war auch die technische Meisterleistung, sie auf knapp 3.000 Meter über dem Meeresspiegel zu errichten. Zu den größten Herausforderungen zählten neben der Höhenlage die Wetterbedingungen. Sie hielten während der Bauphase alles (Un)Mögliche von Schnee und Eis im Hochsommer über Nebel und Dauerregen bereit. So mancher Schönwettertag entschädigte die Bauarbeiter dafür mit dem höchsten und aussichtsreichsten Arbeitsplatz des Landes. Auch das Thema Logistik gestaltete sich spannend, musste doch wegen der begrenzten Lagerflächen am Gipfel vom Beton bis zum Stahlträger alles just-in-time angeliefert werden. Für interessierte Besucher bot sich während der Bauzeit auf der Zugspitze ein Spektakel der Sonderklasse.

Heute ist das alles bereits jüngste Geschichte. Die Vision einer neuen Seilbahn auf Deutschlands höchsten Gipfel ist wahr geworden. Sie tritt ihren Dienst an, um für viele Jahrzehnte die höchsten Ansprüche von bergbegeisterten Menschen zu erfüllen.

Technische Daten Seilbahn Zugspitze

Typ
Pendelbahn (Herstellerbezeichnung: 120-ATW)

Länge
4.466,90 Meter

Höhendifferenz
1.945,25 Meter

Bergstation Zugspitze (Bahnsteighöhe)
2.943,75 Meter ü.d.M.

Talstation am Eibsee (Bahnsteighöhe)
998,50 Meter ü.d.M.

Fahrgeschwindigkeit
10,6m/s auf der Strecke (8,5m/s bei Stützenüberfahrt)

Kabinenkapazität
120 Personen + 1 Fahrgastbegleiter

Anzahl Kabinen
Zwei bis zum Boden verglaste Kabinen mit Fahrgastbegleitung

Förderleistung/Stunde
580 Personen/Stunde

Tragseil
ᴓ 4 x 72 mm │Gewicht: 153 Tonnen je Tragseil │Fest abgespannt in Tal- u. Bergstation

Zugseil
1 Zugseilschleife aus:
Oberes Zugseil: ᴓ 47 mm | 39 Tonnen
Unteres Zugseil: ᴓ 41 mm | 30 Tonnen

Anzahl Stützen
1 Stahlbaustütze (127 Meter hoch)

Antrieb
In der Talstation │ Zwei Antriebsmotoren mit je 900 kW Nennleistung

Seilbahnhersteller
Garaventa AG

Seillieferant
Fatzer AG Wire Ropes

Seilbahnsteuerung
Frey AG

Seilbahnkabinen
CWA Constructions SA/Corp.